Michael O’Leary von Ryanair gewinnt die IGB-Abstimmung über den schlechtesten Boss der Welt

Michael O’Leary wurde beim 4. Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Kopenhagen als schlechtester Boss der Welt bekannt gegeben. Der 207 Millionen arbeitende Menschen vertretende IGB tagt gegenwärtig mit 1200 Delegierten aus 132 Ländern in Kopenhagen.

Die zehn Männer, die 2018 in die engere Auswahl gekommen sind, leiten Unternehmen mit Geschäftsmodellen, die die Beschäftigten durch niedrige Löhne, unsichere Arbeitsplätze und die Verweigerung des Rechtes auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften sowie auf Tarifverhandlungen ausbeuten. Anstatt Verantwortung für die Beschäftigten, von denen ihre Profite abhängen, zu übernehmen, überlassen diese Unternehmen das gesamte Risiko durch Scheinselbstständigkeit den Beschäftigten selbst.

Sharan Burrow, Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes:

“Wir nehmen den Kampf für Arbeitnehmerrechte nach und nach mit all diesen Unternehmen auf und können Erfolge verbuchen. Unternehmen wie Marriott, das eine vorläufige Vereinbarung mit der Gewerkschaft Unite getroffen hat, mit der der größte Hotelstreik in den USA beendet wurde. Unternehmen wie Samsung, das jetzt Gespräche mit den Gewerkschaften aufgenommen hat. Wir warnen Unternehmen wie Amazon vor dem Verlust ihres Machtmonopols, wenn sie ihre Beschäftigten weiter wie Roboter behandeln und ihnen ihre Gewerkschaftsrechte verweigern.

Der Gewinner ist 2018 ein Mann, der einmal gesagt hat, dass eher “die Hölle zufrieren“ würde, als dass es Gewerkschaften in seinem Unternehmen gibt. Ein Mann, der sein Unternehmen auf einem Niedrigkosten-/Niedriglohn-Geschäftsmodell aufgebaut hat, der sagt, dass Flexibilität der Schlüssel zu seinem Erfolg sei. Ein Mann, der Beschäftigte entlassen hat, weil sie eine Gewerkschaft gegründet haben. Ein Mann, der in diesem Jahr mit so vielen Streiks wie noch nie in der Geschichte seines Unternehmens konfrontiert wurde.”

Stephen Cotton, Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiter-Föderation:

“Es ist keine Überraschung, dass Michael O’Leary 2018 zum schlechtesten Boss der Welt gekürt wurde. Er steht seit den Anfängen von Ryanair für unfaire Arbeitspraktiken. Es hat in Europa neun Streiks gegeben, weil die Männer und Frauen, die für die Fluggesellschaft arbeiten, genug hatten und diese Behandlung nicht länger hinnehmen wollten. Sie wollen menschenwürdige Arbeitsbedingungen und die ITF wird alles tun, um für die Rechte der Beschäftigten von Ryanair zu kämpfen und gute Tarifverträge abzuschließen.

Vor einem Jahr hat sich Ryanair bereit erklärt, Gewerkschaften anzuerkennen, und in 50 Prozent der Fälle gibt es jetzt tatsächlich Gewerkschaften oder einen Dialog. Bleiben die übrigen 50 Prozent, und wir werden nicht ruhen, bis alle Beschäftigten Rechte, gute Arbeit und sichere Arbeitsbedingungen haben. Mit dieser Auszeichnung sendet die internationale Gewerkschaftsbewegung eine Botschaft an Michael O’Leary: Wir werden dafür sorgen, dass Würde, Selbstachtung sowie gesunde und sichere Arbeitsbedingungen für Ihre Beschäftigten Realität werden.”

Die Kandidaten bei der Abstimmung waren:
-  Jeff Bezos, CEO Amazon.com
-  Vincent Bolloré, Vorsitzender und CEO Bolloré
-  Ivan Glasenberg, CEO Glencore
-  Dara Khosrowshahi, CEO Uber
-  Lee Kun-hee, Vorsitzender Samsung Group
-  Doug McMillon, Präsident und CEO Walmart Inc.
-  Michael O’Leary, CEO Ryanair
-  Will Shu, Mitbegründer und CEO Deliveroo
-  Arne Sorenson, Präsident und CEO Marriott International
-  Harvey Weinstein, früherer CEO Weinstein Company und Mitbegründer Miramax

Der IGB-Weltkongress endet am Freitag, 7. Dezember 2018.
Im Livestream unter https://congress2018.ituc-csi.org/ und auf Twitter #ITUC18 verfolgen.

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