Schwedens Olympia-Bewerbung 2022 setzt neuen Standard für den Arbeitnehmerschutz

Die heutige bahnbrechende Vereinbarung zum Schutz der Arbeitnehmerrechte für Stockholms Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 wurde vom IGB als Maßstab für alle globalen Sportereignisse begrüßt.

Die Vereinbarung zwischen dem Olympischen Komitee Schwedens und dem schwedischen Gewerkschaftsbund LO-Schweden zielt darauf ab, den Verletzungen der Arbeitnehmerrechte und der Ausbeutung der Beschäftigten ein Ende zu setzten, von denen Olympische Spiele, Fußball-Weltmeisterschaften und andere derartige Veranstaltungen nach wie vor geplagt sind.

IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow erklärte dazu: "Der Kontrast zwischen dieser Vereinbarung und der tödlichen Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte auf den Baustellen für die Fußball-WM 2022 in Katar könnte nicht größer sein. Wir haben uns heute schriftlich an IOC-Präsident Thomas Bach gewandt, um vom IOC als Minimum die Einhaltung des schwedischen Standards für alle Olympischen Spiele zu fordern. Die FIFA und andere globale Sportgremien sowie alle, die sich um die Ausrichtung derartiger Ereignisse bewerben, täten gut daran, diesem Beispiel zu folgen."

Die Vereinbarung soll für Unternehmen gelten, "die für die Olympischen Spiele in Stockholm Einrichtungen bauen, Ausrüstung und Kleidung produzieren und Dienstleistungen erbringen", um die Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation zu gewährleisten, die das Vereinigungs- und das Tarifverhandlungsrecht, Nichtdiskriminierung und den Verzicht auf Zwangs- und Kinderarbeit garantieren. Gefordert wird zudem die Einhaltung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Die Unternehmen sollen dazu ermutigt werden, globale Abkommen mit den internationalen Branchengewerkschaften (GUFs) in ihren jeweiligen Sektoren zu unterzeichnen, um in der gesamten Produktionskette für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen.

Der Druck auf die globalen Sportgremien hinsichtlich der Auseinandersetzung mit Arbeitnehmerrechtsfragen wächst, wobei die brasilianischen und die russischen Gewerkschaften bei den Vorbereitungen auf die Fußball-WM bzw. die Olympischen Spiele über ernsthafte Probleme berichtet haben.

"Die Organisatoren der Olympischen Spiele in London haben einige positive Maßnahmen ergriffen, und wir fordern jetzt vom IOC und anderen Sportgremien, darauf aufzubauen. Nach wie vor müssen Beschäftigte jedoch mit ihrem Leben bezahlen, wenn die Organisatoren Druck machen, um Stadien rechtzeitig fertigzustellen, und Hungerlöhne sowie brutale Ausbeutung sind für die Fabrikarbeiter/innen, die Waren für globale Marken und Ereignisse produzieren, eine tägliche Realität", so Burrow.

Link zu dem Brief an IOC-Präsident Bach: http://www.ituc-csi.org/stockholm-bid-agreement
Ansprechpartnerin bei der LO-Schweden ist Loa Brynjulfsdottir: loa@lo.se + ++46 8 796 26 90