João Antonio Felicio

João Antonio Felicio wurde am 6. November 1950 in Itapuí, im Inneren des Bundesstaates São Paulo, Brasilien geboren. Er hat Zeichnen und Bildende Kunst sowie Künstlerische Bildung und Kunstgeschichte studiert.

Mit fünfzehn begann er zu arbeiten, und zwar als Metzger in Jaú im brasilianischen Bundesstaat São Paulo. 1973 begann er Zeichnen im Rahmen des staatlichen Bildungssystems in São Paulo zu unterrichten, wo er bis heute als Kunstlehrer (Kunstgeschichte, Bildende Kunst und Theater) tätig ist.

Politisch und gewerkschaftlich aktiv ist er seit 1977, als er an den Protesten von Lehrern für bessere Lebensbedingungen und Gehälter und gegen die Militärdiktatur teilnahm.

1978 und 1979 war er Mitglied des Organisationskomitees während des Streiks, der nach Jahrzehnten der Isolation von den Lehrern ausgerufen worden war. Ende der 70er Jahre war er in der MEP (Bewegung zur Emanzipation des Proletariats) aktiv, einer linken Organisation, die für die Beendigung der Militärdiktatur kämpfte.

1980 gehörte er zu den Gründern der Arbeiterpartei und 1981 wurde er in den Verwaltungsrat von APEOESP (Gewerkschaft der Lehrer des staatlichen Bildungssystems im Bundesstaat São Paulo) gewählt. 1983 beteiligte er sich am Prozess, der zur Gründung von CUT, dem Gewerkschaftsverband der Arbeiter, führte.

1987 wurde er zum Präsidenten von APEOESP gewählt und 1989 und 1991 wiedergewählt. Der längste Lehrerstreik aller Zeiten im Bundesstaat São Paulo – 82 Tage - fand 1991 statt und wurde durch den Erfolg einer Gehaltserhöhung von 126% gekrönt.

Im folgenden Jahr nahm er als Präsident von APEOESP an den großangelegten Protesten teil, die zur Amtsenthebung des früheren Präsidenten Fernando Collor de Mello führten. 1993 verließ er seinen Posten als Präsident von APEOESP und widmete sich seiner Lehrtätigkeit. In diesem Jahr erreichte APEOESP eine Mitgliederzahl von 122.000, von denen 70.000 am Wahlverfahren, an der größten Wahl in der Geschichte der Organisation, teilnahmen.

1994 wurde er von den Lehrern nominiert und in den Bundesvorstand von CUT gewählt. Er war für Bildungs-, Berufsbildungs- und Rentenangelegenheiten zuständig und in seiner Position als Mitglied der internationalen Gemeinschaft von CUT auch für ILO-Angelegenheiten (Internationale Arbeitsorganisation) und Menschenrechte.

1997 wurde er zum Nationalen Generalsekretär von CUT und als Mitglied des Nationalen Direktorats der Arbeiterpartei gewählt. 2000 folgte seine Wahl zum Nationalen Präsidenten von CUT und im folgenden Jahr half er beim Aufbau des Weltsozialforums.

2002 war er der Koordinator zur Nationalen Mobilisierung im Rahmen der Kampagne, die zur Wahl von Präsident Lula führte. Des Weiteren war er an der Koordination der Kampagne für Lulas Wiederwahl 2006 sowie für die Wahl Dilmas 2010 beteiligt. Seit 2002 ist er Vorstandsmitglied des Staatsbürgerschaftsinstituts von Präsident Lula.

2003 wurde er zum Nationalen Generalsekretär von CUT gewählt. Von 2003 bis 2012 war er der Sekretär des Nationalen Gewerkschaftsbundes der Arbeiterpartei. Er war ein Mitglied des Rats der brasilianischen Regierung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Dazu wurde er vom damaligen Präsidenten Lula nominiert. Er wurde darüber hinaus von CUT als deren Vertreter im Verwaltungsrat der BNDES, der Nationalen Entwicklungsbank Brasiliens, nominiert.

2005 wurde er erneut zum Präsidenten der Nationalen CUT gewählt. 2006 wurde er zum Sekretär für Internationale Beziehungen gewählt und 2009 und 2012 wiedergewählt. 2007 wurde er nominiert, CUT im allgemeinen Vorstand des IGB (Internationaler Gewerkschaftsbund) und im Vorstand des CSA (Gewerkschaftsbund für Nord-, Mittel- und Südamerika) zu vertreten. Des Weiteren war er Vizepräsident des IGB und wurde 2014 zu dessen Präsidenten gewählt.