Gewerkschaftsforderungen an die COP 23

Bei den in dieser Woche beginnenden UN-Klimagesprächen in Bonn soll darüber diskutiert werden, wie die Versprechen des historischen Pariser Abkommens von 2015, den Anstieg der Durchschnittstemperatur auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen und einen gerechten Übergang zu einer kohlenstofffreien Zukunft für Beschäftigte und ihre Gemeinschaften sicherzustellen, eingehalten werden.

Die Sicherung des langfristigen Ziels, unter einem Anstieg von 2 Grad zu bleiben (und 1,5 Grad anzustreben), erfordert drastische Veränderungen in unseren Produktions- und Konsummustern. Verwirklichen lässt sich dies nur, wenn insbesondere in den Industrieländern die ehrgeizigere nationale Emissionsziele gesteckt werden, bevor das Abkommen 2020 in Kraft tritt.

In Sachen Klimaschutz sind die Menschen nach wie vor ihren Regierungen voraus. So denken der Weltweiten Umfrage des IGB 2017 zufolge 85 Prozent der Menschen, dass es der Welt besser ginge, wenn sich die Regierungen stärker für Maßnahmen gegen den Klimawandel einsetzen würden. Zwei Drittel der Menschen wollen, dass ihre Regierungen einen gerechten Übergang in eine Zukunft ohne Kohlenstoffemissionen fördern.

„Ehrgeiziges Handeln beim Klimaschutz ist dringend notwendig. Es gibt gute Arbeitsplätze auf einem lebendigen Planeten Erde. Die COP 23 muss mit einem höheren Anspruch vorgehen, damit maßgebliche Fortschritte auf dem Weg zur Netto-Null-Wirtschaft erzielt werden und den Ländern die jetzt getätigten Investitionen in Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum zugute kommen können. Jetzt ist es Zeit, eine Führungsrolle zu übernehmen, und wo immer die Verantwortlichen zu zögerlich sind, müssen einfach andere das Tempo vorgeben“, sagte Sharan Burrow, die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbundes.

Die Gewerkschaften haben drei Forderungen an die Regierungen im Hinblick auf eine erfolgreiche Klimakonferenz:

• ein ehrgeizigeres Vorgehen beim Kampf gegen Klimawandel und Ausschöpfung des Beschäftigungspotenzials des Klimaschutzes
• Einhaltung der Verpflichtungen bei der Finanzierung des Klimawandels und Unterstützung für die am meisten gefährdeten Bevölkerungen
• Verpflichtung der Gewährleistung eines gerechten Übergangs für Beschäftigte und ihre Gemeinschaften.

Damit Regierungen das Pariser Abkommen umsetzen können, müssen sie sicherstellen, dass die Beschäftigungsaspekte ihrer Klimaschutzpolitik Bestandteil ihrer Entkarbonisierung sind. Sie sollten Pläne und Strategien für einen gerechten Übergang errichten. Dies erfordert die Einführung von Mechanismen für einen formalen sozialen Dialog, damit Strategien für einen gerechten Übergang auf allen Ebenen demokratisch gestaltet werden können: auf der Ebene der Gemeinschaft, der Region, des Unternehmens oder der Branche und auf Länderebene.

„Eine kohlenstofffreie Welt ist zweifellos möglich. Allerdings müssen kritische Entscheidungen darüber getroffen werden, wie wir den Übergang gestalten. Die Gewerkschaften haben die Forderung nach einem gerechten Übergang erhoben mit dem Ergebnis, dass das Pariser Abkommen die Verpflichtung enthält, dass nationale Klimaschutzprogramme Maßnahmen für den gerechten Übergang und zur Schaffung von angemessenen Arbeitplätzen enthalten. Der anstehende Wandel in der Wirtschaft und in den einzelnen Sektoren muss jedoch noch verstärkt und rascher als jemals zuvor vorangetrieben werden“, so Sharan Burrow.

Der IGB hat ein Just Transition Centre eingerichtet, das Gewerkschaften, Unternehmen, Gemeinschaften und Investoren zusammen im sozialen Dialog mit Regierungen und städtischen Behörden bei der Entwicklung von Plänen für einen schnellen und fairen Übergang zu einer kohlenstofffreien Welt ohne Armut unterstützen soll.

„Unternehmen und Investoren sind zunehmend bereit, Risiken einzugehen und die Grundlagen für eine kohlenstofffreie Welt zu legen. Die Menschen müssen für sich eine Zukunft sehen, die ihnen die Perspektive gibt, dass wir gemeinsam Sicherheit und Chancen schaffen können”, sagte Burrow.

Bei der COP 23 in Bonn leitet der IGB leitet eine Delegation mit 130 Gewerkschaftsmitgliedern aus 40 Ländern.

ENDS

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IGB-Frontlines-Informationen zur Klimagerechtigkeit: COP 23

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