Beginn der öffentlichen Abstimmung über den schlechtesten Boss der Welt

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat kurz vor der Eröffnung seines 4. Weltkongresses in Kopenhagen bekannt gegeben, wer als schlechtester Boss der Welt 2018 in die engere Auswahl gekommen ist.

“Aus den vielen CEOs mit einer schlechten Bilanz wurden für unsere Abstimmung 2018 zehn Männer, deren Unternehmen weltweit tätig sind, wegen ihrer Arbeitnehmerrechtsverletzungen und Aktivitäten, die den Interessen erwerbstätiger Menschen zuwiderlaufen, ausgewählt”, erklärt IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow.

Eine Abstimmung über den schlechtesten Boss der Welt wurde erstmals beim 3. IGB-Weltkongress 2014 in Berlin organisiert, und der damalige Gewinner war Amazon-Boss Jeff Bezos.

In die engere Auswahl als schlechtester Boss 2018 sind gekommen:

  • Jeff Bezos, CEO Amazon.com
  • Vincent Bolloré, Vorsitzender und CEO Bolloré
  • Ivan Glasenberg, CEO Glencore
  • Dara Khosrowshahi, CEO Uber
  • Lee Kun-hee, Vorsitzender Samsung Group
  • Doug McMillon, Präsident und CEO Walmart Inc.
  • Michael O’Leary, CEO Ryanair
  • Will Shu, Mitbegründer und CEO Deliveroo
  • Arne Sorenson, Präsident und CEO Marriott International
  • Harvey Weinstein, Früherer CEO Weinstein Company und Mitbegründer Miramax

In die engere Auswahl sind nur Männer gekommen, sechs Amerikaner, ein Südkoreaner, ein Australier/Südafrikaner, ein Franzose und ein Ire. Der reichste CEO ist Jeff Bezos mit einem geschätzten Nettovermögen von 156 Mrd. US$. Vier der aufgelisteten Männer – Amazons Jeff Bezos, Glencores Ivan Glasenberg, Samsungs Lee Kun-hee und Walmarts Doug McMillon – waren bereits 2014 in die engere Auswahl gekommen.

“Vor vier Jahren waren es Banker, die für die schlimmsten Missbräuche unternehmerischer Macht standen, heute sind es Plattformunternehmen wie Amazon, Uber und Deliveroo, die es in die engere Auswahl geschafft haben. Die Digitalisierung wird immer rascher voranschreiten, aber es liegt in der Hand der Regierungen, Vorschriften zu erlassen, um die Arbeitnehmerrechte und das öffentliche Interesse zu schützen. Die Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften werden keine ‘Uberisierung’ der Arbeit akzeptieren, bei die Arbeitgeber keinerlei Verantwortung für ihre Beschäftigten übernehmen, keine Steuern zahlen und nicht zum Sozialschutz beitragen”, stellt Sharan Burrow fest.

“Die Männer auf der Liste der Schande stehen für einige der schlimmsten Missbräuche unternehmerischer Macht: gewerkschaftsfeindliche Taktiken, Unterschreitung des Mindestlohns, Steuervermeidung, Korruption, Ausbeutung der Beschäftigten, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung. Wir als internationale Gewerkschaftsbewegung werden dafür kämpfen, dass die Regeln neu festgelegt werden, um die Arbeitnehmerrechte zu schützen und unternehmerischer Profitgier ein Ende zu setzen”, so Burrow.

Die Öffentlichkeit kann bis zum 6. Dezember 2018 um 18:00 Uhr MEZ über den schlechtesten Boss abstimmen.https://congress2018.ituc-csi.org/worst-boss?lang=de
Der Gewinner wird während des IGB-Weltkongresses in Kopenhagen bekannt gegeben.

Der 4. IGB-Weltkongress findet vom 2. bis 7. Dezember in Kopenhagen statt. Mehr als 1.200 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter von 250 Gewerkschaftsdachverbänden und aus 132 Ländern werden bei dieser Gelegenheit über die Gewerkschaftsprioritäten für die nächsten vier Jahre debattieren.

ENDE

Ansprechpartner/in für weitere Informationen sind Gemma Swart unter +32 479 06 41 63 Gemma.swart@ituc-csi.org (Englisch) oder Theo Morrissey unter +32 499 14 56 95 theo.morrissey@ituc-csi.org (Englisch, Französisch, Spanisch).

Der IGB vertritt 207 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 331 Gewerkschaftsdachverbänden.