Nair Goulart ist brasilianische Staatsangehörige. Die Präsidentin von Força Sindical do Estado da Bahia (Gewerkschaftsvereinigung des Bundesstaates Bahia) wurde im Juni 2010 in Vancouver (Kanada) zur stellvertretenden Präsidentin des IGB gewählt und verfügt über umfangreiche Erfahrungen innerhalb der brasilianischen Gewerkschaftsbewegung.
Nair Goulart war von 2005 bis 2008 Mitglied des Verwaltungsrates der IAO. In Brasilien wurde sie 2007 zur Beraterin des Nationalrates für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (Conselho Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social – CNDES) ernannt, und sie gehört dem Verwaltungsausschuss für die Agenda für menschenwürdige Arbeit im Bundesstaat Bahia sowie dem Rat von Bahia für wirtschaftliche und soziale Entwicklung an.
Von 1993 bis 2005 war sie zudem Vorsitzende des brasilianischen Metallgewerkschaftsbundes CNTM-FS, und sie war Vorsitzende des Frauenausschusses der Interamerikanischen Regionalorganisation des IBFG (ORIT), stellvertretende Vorsitzende des IBFG-Frauenausschusses und Vizepräsidentin des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes (IMB).
Nair Goulart tritt seit 1977 für die Rechte erwerbstätiger Frauen ein. 1985 fungierte sie als Beraterin des ersten Nationalrates für die Rechte der Frau, und 1991 wurde sie beim Gründungskongress der Força Sindical zur Nationalen Sekretärin für Frauenpolitik gewählt.
Nair Goulart wurde 1951 in Dores do Indaiá (Minas Gerais) als Tochter eines Steinmetzes und einer Wäscherin geboren. Wie Tausende arme Mädchen hätte sie sich in ihr Schicksal ergeben und in ihrer Heimat bleiben können. Stattdessen beschloss sie jedoch, den Umständen zu trotzen und im Alter von 14 Jahren eine Arbeit in einer Textilfabrik anzunehmen. Mit 20 reiste sie auf der Suche nach neuen Möglichkeiten nach Rio de Janeiro und wurde 1973 bei General Electric eingestellt.
In den 70er Jahren war Brasilien eine Militärdiktatur, und Nair schloss sich der Metallarbeiterkommission an, die heimlich Beschäftigte organisierte, um an den Wahlen der Metallarbeitergewerkschaft von Rio de Janeiro teilzunehmen. 1977 wurde sie Repressalien ausgesetzt und flüchtete nach São Paulo. Als Beschäftigte des Metallbetriebes DF Vasconcelos gehörte sie 1978 dem Organisierungskomitee des Generalstreiks der Metallarbeiter von São Paulo an, die gegen Lohnkürzungen und für bessere Arbeitsbedingungen kämpften.
Der Streik wurde brutal vom Militär niedergeschlagen, und mehrere Gewerkschafter/innen wurden verhaftet. Nair Goulart wurde "aus triftigen Gründen" entlassen, was ihre Aussichten darauf, eine andere Arbeit zu finden, erheblich beeinträchtigte. 1979 begann sie damit, Metallarbeiterinnen zu organisieren, und sie gehörte dem Organisierungskomitee des ersten Metallarbeiterinnenkongresses in São Paulo an. 1981 wurde sie zur Vorsitzenden der Metallarbeitergewerkschaft von São Paulo gewählt, und dieses Amt hatte sie bis 1987 inne.


